Tray-Systeme in der Zahnarztpraxis: Effiziente Instrumentenaufbereitung mit Wash-Trays
Ein gut organisiertes Instrumentarium spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und erleichtert die Einhaltung standardisierter Hygieneprozesse. Genau hier setzt ein Tray-System in der Zahnarztpraxis an: Instrumente werden nicht mehr einzeln und in wechselnder Zusammenstellung durch den Praxisalltag bewegt, sondern als klar definierte Sets vorbereitet, angewendet, aufbereitet und erneut bereitgestellt.
Wash-Trays können dabei den gesamten Instrumentenkreislauf unterstützen – von der Behandlung über die maschinelle Reinigung und Desinfektion bis zur Verpackung, Sterilisation und Lagerung. Entscheidend ist jedoch, dass Trays, Instrumente, Reinigungs- und Desinfektionsgerät, Sterilisiercontainer und Autoklav aufeinander abgestimmt und in die validierten Prozesse der Praxis eingebunden sind.
Was ist ein Wash-Tray System für Instrumente?
Ein Wash-Tray ist ein wiederverwendbarer Instrumententräger, in dem die für eine bestimmte Behandlung benötigten Instrumente systematisch angeordnet und fixiert werden. Je nach Ausführung halten flexible Silikonstege oder andere Aufnahmen die Instrumente in einer definierten Position.
Das Wash-Tray begleitet das Instrumentenset durch mehrere Stationen der Aufbereitung. Es kann – sofern vom Hersteller dafür vorgesehen – zur Aufnahme der Instrumente während der maschinellen Reinigung und Desinfektion sowie anschließend innerhalb eines geeigneten Sterilisiercontainers verwendet werden.
Ein Wash-Tray ist jedoch nicht automatisch eine Sterilgutverpackung. Erst ein dafür vorgesehenes und validiertes Sterilbarrieresystem, beispielsweise ein kompatibler Sterilisiercontainer mit geeignetem Filter, ermöglicht die verpackte Sterilisation und den Schutz des Sterilgutes während Transport und Lagerung. Die Anforderungen an Sterilbarrieresysteme und Verpackungssysteme sind in der DIN EN ISO 11607-1 beschrieben.
Dental-Tray, Wash-Tray und Sterilisiercontainer: Wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden im Praxisalltag teilweise synonym verwendet, bezeichnen jedoch unterschiedliche Funktionen.
Ein Dental-Tray ist zunächst ein Instrumententräger für die strukturierte Bereitstellung während einer Behandlung. Nicht jedes Dental-Tray ist automatisch für die maschinelle Reinigung, thermische Desinfektion oder Dampfsterilisation geeignet.
Ein Wash-Tray ist für die Aufbereitung im Reinigungs- und Desinfektionsgerät konzipiert. Seine Gestaltung soll ermöglichen, dass Wasser, Prozesschemikalien und Spülmechanik die Instrumente ausreichend erreichen und Flüssigkeiten anschließend ablaufen können.
Ein Sterilisiercontainer bildet zusammen mit seinem Verschluss- und Filtersystem die Verpackung für die Sterilisation. Bei bestimmungsgemäßer Verwendung schützt das geeignete Sterilbarrieresystem die sterilisierten Instrumente bis zur Anwendung vor Rekontamination.
Damit entsteht ein abgestimmtes System: Das Instrumentenset bleibt im Wash-Tray geordnet, während der Container die Funktion der Sterilgutverpackung übernimmt.
Warum lohnt sich ein Tray-System in der Zahnarztpraxis?
Die Instrumentenaufbereitung besteht aus vielen wiederkehrenden Handgriffen. Werden Instrumente einzeln sortiert, transportiert, in das Reinigungs- und Desinfektionsgerät eingeordnet, kontrolliert und verpackt, entsteht bei jeder Charge ein erheblicher manueller Aufwand.
Ein standardisiertes Tray-System kann diese Prozesse vereinfachen und standardisieren
1. Weniger Zeitaufwand
Ein vollständig zusammengestelltes Instrumentenset steht vor der Behandlung direkt zur Verfügung. Das Praxisteam muss die benötigten Instrumente nicht jedes Mal einzeln aus verschiedenen Schubladen oder Behältern zusammensuchen.
Auch nach der Behandlung bleiben die Instrumente als Set organisiert. Dadurch können Sortier-, Belade- und Verpackungsschritte reduziert werden. Aufeinander abgestimmte Systeme aus Wash-Tray und Sterilisiercontainer sind darauf ausgelegt, Instrumentensets möglichst durchgängig von der Anwendung über die Aufbereitung bis zur Lagerung zu führen.
2. Standardisierte Behandlungssets
Für häufige Behandlungen können feste Sets definiert werden, beispielsweise für:
Die standardisierte Zusammenstellung erleichtert die Vorbereitung und macht schnell sichtbar, ob ein Instrument fehlt. Auch neue Mitarbeitende können sich leichter an festgelegten Set-Strukturen orientieren.
3. Mehr Arbeitssicherheit
Spitze und scharfe Instrumente stellen bei Transport, Sortierung und Aufbereitung ein Verletzungsrisiko dar. Werden sie in geeigneten Halterungen fixiert, müssen sie seltener einzeln aufgenommen und umgesetzt werden.
Das Tray-System ersetzt allerdings keine sicheren Arbeitsverfahren. Kontaminierte Instrumente müssen weiterhin so gesammelt und transportiert werden, dass Beschäftigte nicht durch Stich- oder Schnittverletzungen sowie biologische Arbeitsstoffe gefährdet werden. Für den Weg vom Behandlungszimmer in den Aufbereitungsraum ist daher ein geeigneter geschlossener Transportbehälter vorzusehen. Die TRBA 250 konkretisiert die arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen im Gesundheitsdienst.
4. Schutz der Instrumente
Instrumente, die lose in Körben oder Behältern liegen, können aneinanderstoßen, sich verhaken oder beschädigt werden. Eine definierte Fixierung kann empfindliche Spitzen, Schneiden und Oberflächen besser schützen.
Voraussetzung ist, dass die Halterungen zum Instrument passen. Zu enge oder falsch positionierte Silikonstege können Druckstellen verursachen, Instrumente verdecken oder die Reinigung behindern.
5. Übersichtliche Dokumentation
Farbige Silikonstege, Kennzeichnungen, Set-Nummern oder Barcodes ermöglichen eine eindeutige Zuordnung. So lässt sich ein Tray beispielsweise einer Behandlungsart, einer Aufbereitungscharge oder einem festgelegten Beladungsmuster zuweisen.
Dies unterstützt die Chargendokumentation und Rückverfolgbarkeit. Die Freigabe bleibt jedoch eine fachliche Entscheidung durch autorisiertes Personal und kann nicht allein durch eine Farbcodierung oder einen Barcode ersetzt werden.
Der Instrumentenkreislauf mit einem Wash-Tray
Der größte Nutzen entsteht, wenn das Tray-System nicht als einzelnes Zubehör, sondern als Bestandteil eines durchgängigen Workflows geplant wird.
1. Zusammenstellung des Instrumentensets
Zunächst wird festgelegt, welche Instrumente für die jeweilige Behandlung tatsächlich benötigt werden. Überflüssige Instrumente sollten nicht allein aus Gewohnheit in das Set aufgenommen werden, da jedes Instrument nach der Anwendung beziehungsweise Kontamination den festgelegten Aufbereitungsprozess durchlaufen muss.
Die Instrumente werden so im Wash-Tray angeordnet, dass sie eindeutig erkennbar und sicher fixiert sind. Gelenkinstrumente müssen entsprechend den Herstellerangaben geöffnet, zerlegt oder in einer für die Reinigung geeigneten Position gelagert werden.
Die Konfiguration sollte in einer bebilderten Pack- oder Tray-Liste dokumentiert werden. Damit kann das Team die Vollständigkeit schnell kontrollieren und die Zusammenstellung jederzeit reproduzieren.
2. Bereitstellung im Behandlungszimmer
Das aufbereitete und gegebenenfalls steril verpackte Set wird erst unmittelbar vor der Behandlung geöffnet. Die Instrumente bleiben übersichtlich angeordnet und können in einer festgelegten Reihenfolge entnommen werden.
Ein gut aufgebautes Tray unterstützt dadurch nicht nur die Hygiene, sondern auch die Behandlungsassistenz. Fehlende oder falsch einsortierte Instrumente fallen frühzeitig auf.
3. Sicheres Sammeln und Transportieren
Nach der Behandlung werden die benutzten Instrumente in das Tray zurückgelegt, sofern dies ohne zusätzliche Gefährdung möglich und im festgelegten Arbeitsablauf vorgesehen ist. Spitze und scharfe Enden sollten so positioniert sein, dass beim weiteren Umgang kein unnötiges Verletzungsrisiko entsteht.
Das kontaminierte Wash-Tray wird anschließend in einem geschlossenen, ausreichend widerstandsfähigen und eindeutig zugeordneten Behälter in den Aufbereitungsraum transportiert. Eine offene Beförderung kontaminierter Instrumente durch die Praxis ist zu vermeiden.
4. Reinigung und Desinfektion im RDG
Das Tray wird entsprechend dem validierten Beladungsmuster in das Reinigungs- und Desinfektionsgerät eingesetzt. Damit die Reinigung wirksam ist, müssen alle Instrumentenoberflächen von Wasser und Prozesschemikalien erreicht werden können.
Dabei sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:
Instrumente dürfen sich nicht gegenseitig vollständig abdecken.
Sprüharme und Spülschatten dürfen nicht behindert werden.
Gelenke müssen ausreichend geöffnet sein.
Flüssigkeiten müssen aus Tray und Instrumenten ablaufen können.
Die zulässige Beladung darf nicht überschritten werden.
Herstellerangaben zu Instrumenten, Tray und RDG müssen übereinstimmen.
Für kritisch-B-Medizinprodukte ist die maschinelle Reinigung und Desinfektion grundsätzlich die Methode der Wahl. Die DIN-EN-ISO-15883-Reihe beschreibt Anforderungen an Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, deren Prozesse, Beladungsträger, Validierung und Routineüberwachung.
Besonderheiten bei Hohlkörperinstrumenten
Nicht jedes Instrument kann allein durch die Ablage in einem Wash-Tray ausreichend innen gereinigt werden. Instrumente mit Lumina, Übertragungsinstrumente, Absaugkanülen oder andere innenliegende Bereiche können geeignete Anschlüsse, Adapter oder spezielle Aufnahmevorrichtungen benötigen.
Ob ein Instrument innerhalb des Trays oder separat an ein Injektorsystem angeschlossen werden muss, ergibt sich aus den Aufbereitungsangaben des Instrumenten- und Geräteherstellers. Die äußere Ordnung im Tray darf nicht dazu führen, dass notwendige Innenreinigungen unterbleiben.
5. Sichtkontrolle, Pflege und Funktionsprüfung
Nach dem maschinellen Prozess wird das Tray im reinen Bereich entnommen. Auch bei einem erfolgreich abgeschlossenen RDG-Programm ist eine Kontrolle der Instrumente erforderlich.
Geprüft werden insbesondere:
Sauberkeit,
Trockenheit,
Unversehrtheit,
Korrosion oder Oberflächenveränderungen,
Beweglichkeit von Gelenken,
Funktionsfähigkeit,
Vollständigkeit des Sets.
Unzureichend gereinigte Instrumente dürfen nicht für die Sterilisation freigegeben werden. Sie müssen erneut den festgelegten Reinigungs- und Desinfektionsprozess durchlaufen. Beschädigte oder nicht mehr sicher aufbereitbare Instrumente werden ausgesondert.
Pflegemaßnahmen sind entsprechend den Herstellerangaben durchzuführen. Dabei dürfen nur geeignete Mittel eingesetzt werden, die den nachfolgenden Sterilisationsprozess nicht beeinträchtigen.
6. Verpackung im Sterilisiercontainer
Müssen die Instrumente steril zur Anwendung kommen, wird das kontrollierte Wash-Tray in einen passenden Sterilisiercontainer eingesetzt. Das Filtersystem, die Dichtung, der Verschluss und gegebenenfalls die Verplombung müssen vollständig und funktionsfähig sein.
Vor jedem Einsatz sollte unter anderem geprüft werden:
Ist der Container sauber und unbeschädigt?
Sind Deckel und Unterteil formstabil?
Ist die Dichtung intakt?
Ist der Filter korrekt eingesetzt und für die vorgesehene Nutzung geeignet?
Funktionieren Verschlüsse und Verriegelungen?
Ist die Kennzeichnung eindeutig?
Passt das Tray ohne Verkanten oder Überlastung in den Container?
Nur ein bestimmungsgemäß zusammengesetztes und für den Prozess geeignetes Verpackungssystem kann die vorgesehene Sterilbarriere bilden.
7. Sterilisation im Autoklaven
Der geschlossene Container wird entsprechend dem validierten Beladungsmuster in den Autoklaven eingesetzt. Dabei müssen die Vorgaben zur Positionierung, Stapelbarkeit, Beladungsmenge und Programmauswahl eingehalten werden.
Das Sterilisationsprogramm muss für das Instrumentarium, den Container und die Beladung geeignet sein. Die tägliche Praxisbeladung muss durch die Validierung beziehungsweise Leistungsqualifikation des Sterilisationsprozesses abgedeckt sein.
Ein zusätzliches Tray-System verändert die Beladungssituation. Deshalb dürfen neue Tray- oder Containerkonfigurationen nicht ohne Bewertung in den Routinebetrieb übernommen werden. Gegebenenfalls ist eine Ergänzung der Beladungsmuster oder eine erneute Leistungsbeurteilung erforderlich.
8. Freigabe und Dokumentation
Nach dem Sterilisationsprozess werden Prozessverlauf, relevante Parameter und erforderliche Chargenkontrollen bewertet. Anschließend wird der Container auf Trockenheit, Unversehrtheit, korrekten Verschluss und vollständige Kennzeichnung geprüft.
Die Freigabe muss durch eine dafür autorisierte und qualifizierte Person erfolgen. Sie sollte mindestens folgende Informationen eindeutig zuordnen können:
Sterilisator und Chargennummer,
verwendetes Programm,
Datum der Aufbereitung,
Tray beziehungsweise Instrumentenset,
Ergebnis der Prozesskontrolle,
Freigabeentscheidung,
freigebende Person.
Ein erfolgreich abgeschlossenes Geräteprogramm allein ersetzt nicht die dokumentierte Chargen- und Sterilgutfreigabe.
9. Lagerung und erneute Bereitstellung
Freigegebene Container werden unter geeigneten Bedingungen vor Feuchtigkeit, Verschmutzung und mechanischen Beschädigungen geschützt gelagert. Die Lagerorganisation sollte dem Prinzip „zuerst aufbereitet, zuerst verwendet“ folgen und eine eindeutige Bestandskontrolle ermöglichen.
Vor der nächsten Behandlung wird der Container auf Unversehrtheit geprüft und in das Behandlungszimmer gebracht. Erst dort wird er unter aseptischen Bedingungen geöffnet und das Tray bereitgestellt.
Ist der Container beschädigt, feucht, unbeabsichtigt geöffnet oder nicht eindeutig gekennzeichnet, darf sein Inhalt nicht als steril verwendet werden.
Welche Instrumente eignen sich für ein Tray-System?
Tray-Systeme eignen sich besonders für regelmäßig wiederkehrende Instrumentenkombinationen. Dazu gehören beispielsweise Grundbestecke, Prophylaxe-Sets sowie Instrumentensets für Endodontie, Parodontologie, Chirurgie oder Implantologie.
Die Eignung hängt jedoch nicht nur von der Größe ab. Vor der Aufnahme eines Instrumentes müssen folgende Fragen geklärt sein:
Ist es für die maschinelle Reinigung und thermische Desinfektion geeignet?
Darf es im Tray fixiert aufbereitet werden?
Müssen Gelenke geöffnet oder Teile zerlegt werden?
Benötigt es eine Innenreinigung über einen Adapter?
Verträgt es die verwendeten Prozesschemikalien?
Ist es für die Dampfsterilisation geeignet?
Ist es durch den validierten Prozess abgedeckt?
Herstellerangaben des Medizinproduktes haben dabei Vorrang. Ein Tray-System kann die Aufbereitung standardisieren, aber keine fehlende Aufbereitbarkeit eines Instrumentes ausgleichen.
Darauf sollten Praxen bei der Auswahl achten
Ein geeignetes Wash-Tray sollte nicht allein nach Größe oder Anschaffungspreis ausgewählt werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit den vorhandenen Geräten und Prozessen.
Kompatibilität: Tray, Halterungen und Container müssen für das vorhandene Reinigungs- und Desinfektionsgerät sowie den Autoklaven freigegeben beziehungsweise geeignet sein. Auch die nutzbaren Kapazitäten und Beladungsträger sind zu berücksichtigen.
Reinigungsfreundliche Konstruktion: Das Tray sollte offene Flächen, gute Durchströmbarkeit und einen zuverlässigen Wasserablauf ermöglichen. Unzugängliche Spalten und Bereiche, in denen sich Restwasser oder Verschmutzungen sammeln können, sind ungünstig.
Flexible Instrumentenhalterungen: Silikonstege sollten so konfigurierbar sein, dass unterschiedliche Instrumentensets sicher fixiert werden können. Gleichzeitig dürfen sie die zu reinigenden Flächen nicht unnötig abdecken.
Eindeutige Kennzeichnung: Farbcodes, Beschriftungen oder Barcodes erleichtern die Zuordnung zu Behandlung, Set, Charge und Lagerplatz. Farbkennzeichnungen sollten jedoch nicht die einzige Information sein, da Farben verwechselt oder von einzelnen Mitarbeitenden unterschiedlich interpretiert werden können.
Ergonomie und Arbeitsschutz: Das Tray sollte sich sicher greifen und transportieren lassen. Scharfe Instrumente dürfen nicht ungeschützt aus dem Tray herausragen. Auch das Gewicht eines vollständig bestückten Trays muss im täglichen Umgang berücksichtigt werden.
Verfügbarkeit geeigneter Container: Soll das Instrumentenset verpackt sterilisiert und gelagert werden, muss ein kompatibler Sterilisiercontainer verfügbar sein. Das gesamte System sollte sich ohne provisorische Kombinationen in den Praxisworkflow integrieren lassen.
Häufige Fehler beim Einsatz von Wash-Trays
Ein Tray-System verbessert Prozesse nur dann, wenn es korrekt geplant und eingesetzt wird. Typische Fehler sind:
zu dicht bestückte Trays,
falsch positionierte oder geschlossene Gelenkinstrumente,
unzureichend angeschlossene Hohlkörper,
Halterungen, die Instrumentenoberflächen großflächig verdecken,
Vermischung unvollständiger Behandlungssets,
fehlende Sicht- und Funktionsprüfung nach dem RDG-Prozess,
Verwendung des Wash-Trays ohne geeignetes Sterilbarrieresystem,
beschädigte oder falsch eingesetzte Containerfilter,
nicht dokumentierte Änderungen an der Tray-Bestückung,
Einsatz neuer Sets außerhalb der validierten Beladungen.
Besonders problematisch ist die Annahme, dass ein geordnetes Tray automatisch ein hygienisch sicheres Ergebnis gewährleistet. Entscheidend bleibt die nachweisbare Wirksamkeit des gesamten validierten Aufbereitungsprozesses.
So führt die Praxis ein Tray-System erfolgreich ein
Die Umstellung sollte schrittweise erfolgen. Zunächst werden die am häufigsten verwendeten Instrumentenkombinationen analysiert und zu sinnvollen Sets zusammengefasst.
Anschließend empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
Instrumentenbestand und Behandlungsabläufe erfassen.
Geeignete Instrumentensets definieren.
Kompatibilität mit RDG, Autoklav und Container prüfen.
Tray-Bestückungen festlegen und fotografisch dokumentieren.
Arbeitsanweisungen und Beladungsmuster aktualisieren.
Auswirkungen auf validierte Prozesse bewerten.
Mitarbeitende praktisch schulen.
Das System zunächst mit ausgewählten Sets testen.
Erfahrungen aus Behandlung und Aufbereitung auswerten.
Die Tray-Strukturen bei Bedarf optimieren.
Dabei sollte nicht nur die maximale Gerätekapazität betrachtet werden. Entscheidend ist, ob die Anzahl der Trays zum Instrumentenbestand, zum Patientenaufkommen und zu den tatsächlichen Aufbereitungszyklen passt.
Fazit: Mit System durch den gesamten Instrumentenkreislauf
Ein Tray-System für die Zahnarztpraxis kann weit mehr leisten als eine ordentliche Instrumentenablage. Richtig geplant, unterstützt es den gesamten Workflow von der Behandlung über Reinigung, Desinfektion und Sterilisation bis zur Lagerung und erneuten Bereitstellung.
Die wichtigsten Vorteile liegen in der Standardisierung: Instrumentensets sind eindeutig aufgebaut, müssen seltener einzeln umgesetzt werden und können leichter kontrolliert, dokumentiert und zugeordnet werden. Das spart wertvolle Arbeitszeit und kann gleichzeitig Instrumente sowie Praxisteam besser schützen.
Der hygienische Erfolg entsteht jedoch nicht allein durch das Tray. Er basiert auf dem abgestimmten Zusammenspiel von geeigneten Instrumenten, korrekter Tray-Konfiguration, sicherem Transport, validierter maschineller Reinigung und Desinfektion, sorgfältiger Kontrolle, geeignetem Sterilbarrieresystem, validierter Sterilisation und dokumentierter Freigabe.
Ein gutes Wash-Tray organisiert deshalb nicht nur Instrumente – es strukturiert den gesamten Aufbereitungsprozess.